Knigge im Business-Alltag: 5 Ideen, wie du die bekannten Benimmregeln für dich nutzen kannst

 
 

Benimmregeln – Wir alle kennen ein paar davon oder haben auf jeden Fall schon einmal von Knigge gehört.

Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?
Was wollte Knigge mit seinem Buch über den Umgang mit Menschen wirklich?
Und vor allem: Wie kannst du die Regeln in deinem Alltag integrieren?
Welche Umgangsformen sind überhaupt noch aktuell? 

Ich möchte dir, mit diesem Blogartikel zeigen, wie du die wichtigsten Umgangsformen für dich nutzen kannst.

 
Blogartikel: Welches der Elemente von Fashion Feng Shui® passt zu dir?
 

Zunächst ein paar allgemeine Worte zu Knigge:

Was Benehmen und Etikette angeht, so kommt man um den Namen Adolph Freiherr von Knigge nicht herum. In seinem Werk „Über den Umgang mit Menschen“ findet man jedoch keine Informationen darüber, wo die Serviette hingelegt und wie ein Weinglas richtig gehalten wird.

Knigge ging es um Aufklärung bzw. um ein zivilisiertes und konfliktfreies Miteinander. Denn das gelingt, je besser man eine Situation richtig einschätzen kann und je mehr man über sein Gegenüber weiß. 

Höflichkeit und Respekt gehörten genauso dazu, wie die Wahrung der Persönlichkeit. 

 

Umgangsformen im Wandel

Nicht alles, was Adolph Freiherr von Knigge aufschrieb, ist heute noch zeitgemäß. Aber das ist kein Grund, auf gute Umgangsformen zu verzichten. Und ich frage mich manchmal ehrlich: Was ist los mit unseren Manieren? 


Nein, dabei meine ich nicht Manieren wie „ich halte mir die Hand vor, wenn ich niese“ oder „so halte ich meine Gabel“. 

Es beginnt schon bei der Begrüßung im Alltag: Ist es dir auch schon passiert, dass dir Leute ein Bussi auf die Wange gegeben haben, obwohl du sie erst drei Sekunden kennst? Hilfe! Ein Handschlag genügt doch. Oder nicht? 


Aber es gibt sie doch noch, die Männer und Frauen, die einem die Tür aufhalten anstatt vor der Nase zuzuschlagen. Die Menschen, die nicht die Ellbogen beim Essen auf dem Tisch haben. Die zuerst kauen, bevor sie reden. Gesprächspartner, die die Aufmerksamkeit auf ihr gegenüber lenken, anstatt auf ihr Smartphone. Besuche in der Oper, wo der Dresscode eingehalten wird und man nicht einen Sitznachbar hat, der mit den Einkäufen und in Regenmantel und Gummistiefel-Montur neben einem sitzt. 

Ja – wer weiß, vielleicht ist es so wie im Fashion-Bereich und irgendwann wird es wieder Mode, gute Umgangsformen zu haben... 

Es geht nicht darum, in eine Rolle zu schlüpfen oder zu jemandem zu werden, der man gar nicht ist. Es ist schon wichtig, dass man seine Individualität lebt und dabei authentisch bleibt. Aber es ist auch eine Form des Respekts seinen Mitmenschen gegenüber, wenn man z.B. die Oper ohne Gummistiefel betritt.

Und ich bin der Meinung: Gute Umgangsformen kommen nie aus der Mode.


Im Gegenteil! Sie erleben vielleicht sogar ein großes Comeback. Denn viel zu lange wurden nur die Ellenbogen gezeigt. Und möglicherweise sind wir nun an einem Punkt angelangt, wo es wieder wichtiger wird, wie wir mit unseren Kollegen und Kolleginnen umgehen. 

Gerade im Business-Alltag kannst du mit den einfachsten Knigge Regeln punkten.

Doch bevor ich hier weiter rede, hab ich eine Frage an dich: Kennst du folgende Situation oder eine ähnliche: Jemand ist enttäuscht, dass er den Job nicht bekommen hat, trotz all seiner fachlichen Qualifikationen. Aus der Beförderung ist schon wieder nichts geworden, dabei hat derjenige doch alles gegeben. Manchmal fragt man sich dann nach dem Warum. 


Ich habe mit der Zeit bemerkt, dass solche Rückschläge nicht selten einen einfachen Grund haben. Und zwar das Fehlen guter Umgangsformen. Denn neben Leistungsbereitschaft und fachlicher Qualifikation, ist das Auftreten und die Ausstrahlung von MitarbeiterInnen von grundlegender Bedeutung für ein Unternehmen. In jedem Kontakt mit Kunden repräsentieren die Mitarbeiter die Firma. Daraus werden Rückschlüsse zur Firmenphilosophie gezogen.

Doch gerade wenn man die aktuellen Nachrichten aus Politik und Wirtschaft verfolgt, kann man sich schon manchmal fragen, was mit Höflichkeit und Respekt passiert ist und weshalb die einfachsten Regel des Miteinanders nicht mehr selbstverständlich sind.

 


 

Dein Business Knigge:
5 Ideen für glückliches und erfolgreiches Arbeiten

 

Idee 1: Verliere dein eigenes Ich nie aus den Augen

Denk an dein eigenes Auftreten. Vergiss im Eifer des Gefechts nicht, wie du sein möchtest oder wie du eigentlich bist. Deine Ausstrahlung, deine verbale und nonverbale Kommunikation ist entscheidend für deine Wirkung. 

Im täglichen Geschäftsleben oder im Umgang mit deinen Kollegen, Kolleginnen und Vorgesetzten wirst du immer eine Nasenlänge voraus sein – wenn Business Knigge für dich kein Fremdwort ist und wenn du folgende Tipps umsetzen kannst.

  • Es geht immer auch um das WIE. Neben dem, was wir sagen, spielt auch das Wie eine große Rolle. Dabei geht es nicht nur um den ersten Eindruck. Es geht um unsere Stimme und den Ton. Unsere Stimme an sich spielt eine ganz westliche Rolle und wirkt sich mit 40 Prozent auf das aus, was andere von uns wahrnehmen. Weitere 50 Prozent machen unsere nonverbalen Signale aus und nur 10 Prozent machen den gesprochenen Inhalt aus.

  • Der richtige Einsatz der Körpersprache prägt neben dem Outfit den ersten Eindruck eines Gegenübers. Dabei könntest du idealerweise darauf achten, mit den Kollegen immer freundlich umzugehen. Die Arme zu verschränken, den Gesprächspartner abschätzig anzustarren oder sich desinteressiert zurückzulehnen, erweckt den Eindruck schlechter Manieren. Eine offene Körperhaltung, Blickkontakt und sein Gegenüber ausreden zu lassen, zeugt dagegen von Respekt und Souveränität.

  • Und versuch tatsächlich einmal darauf zu achten, die Arme nicht zu verschränken. Ich mache dies selbst ab und an – einfach weil es bequem ist. Weißt du, was ich meine? Aber auch wenn du es nicht abschätzig oder verschlossen meinst, kann es so bei deinem Gegenüber ankommen. Und es ist spannend, was passiert, wenn man eben genau auf solche Kleinigkeiten in der Kommunikation achtet!

 

Idee 2: Denk immer an den ersten Eindruck (und den zweiten Blick ;) )

Der erste Eindruck ist entscheidend. Der erste Eindruck geschieht immer, er geschieht immer unbewusst und er geschieht in Sekundenschnelle.

Das heißt: Ehe du dich versiehst, steckst Du schon in einer Schublade. Denn nichts anderes passiert beim ersten Eindruck. Es ist die Entscheidung darüber, ob man jemanden sympathisch oder unsympathisch findet. Und ist man erst einmal in einer negativen Schublade, kommt man nicht immer leicht wieder heraus. 

Das kennst du doch sicher auch, oder? Wenn du jemanden das erste Mal gesehen hast und ihn direkt eingeordnet hast – in nett/ nicht nett oder sympathisch/ unsympathisch. Das geschieht blitzschnell, ganz automatisch, aus dem Bauch heraus, ohne dass dir bereits klar wäre, warum du diese Person so eingeordnet hast. 

Diese Einteilung in „Freund“ oder „Feind“ (sprich: sympathisch oder unsympathisch) liegt daran, dass gewisse Mechanismen, die entwicklungsgeschichtlich gesehen früher absolut wichtig für das Überleben waren, im menschlichen Gehirn immer noch aktiv sind. Erst nach genauerem Hinsehen bzw. Nachdenken, wird dir klar, warum du diese Person so eingestuft hast.

 

Der erste Eindruck zählt. Wie wir uns geben, uns ausdrücken, uns kleiden – all das wirkt auf andere. Neue Erkenntnisse zeigen, wie stark und lange uns dieser erste Eindruck tatsächlich beeinflusst.

Vivian Zayas, Professorin für Psychologie an der Universität Cornell, und ihre Kollegen haben herausgefunden, dass wir einen Menschen auch dann noch nach seinem ersten Eindruck beurteilen, wenn wir bereits mit ihm interagiert und ein paar Worte gewechselt haben. Der erste Eindruck, der beispielsweise über ein Foto einer Person entsteht, setzt sich auch über das erste Kennenlernen hinweg – er bleibt vorherrschend.

In einem Artikel der Welt habe ich gelesen, dass hier der Halo-Effekt ins Spiel kommen könnte: Zayas berichtet über einen systematischen Fehler der Personenbeurteilung, bei dem ein einzelnes Merkmal einer Person so dominant wirkt, dass andere Merkmale in der Beurteilung dieser Person stark in den Hintergrund gedrängt bzw. gar nicht mehr berücksichtigt werden.

Laut Zayas Untersuchungen ist es auch so, dass die Menschen ihre Meinungen nicht revidieren, sondern beständig bei ihrem Urteil bleiben, das sich auf den ersten Eindruck stützt. Der ist also bewiesenermaßen bleibender als uns das vielleicht lieb oder der anderen Person gegenüber fair wäre.

Super interessant, oder?

Wenn du möchtest, kannst du gern einmal in den Welt-Artikel zum Thema „Der erste Eindruck bleibt, weil er stimmt“ rein lesen. 


Ich selbst möchte in einem nächsten Blogartikel noch einmal separat auf den ersten Eindruck eingehen. Er spielt gerade im Business-Alltag eine große Rolle! Deshalb möchte ich dir gern noch ein paar weitere Tipps mit auf den Weg geben, wie du das Phänomen des ersten Eindrucks am besten für dich nutzen kannst. Hast du Lust, darüber mehr zu erfahren? Und hast du vielleicht schon konkrete Fragen? Dann schreib mir gerne.

 


Idee 3: Höflichkeit ist die Basis guter Umgangsformen

Du arbeitest oft mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen? Das Zusammentreffen dieser verschiedenen Kulturen im Berufsalltag hält so manche Tücken bereit, denn nicht immer kennt man die Gepflogenheiten der anderen oder weiß über die wichtigsten Umgangsformen Bescheid. 

Doch lass dir sagen: Höflichkeit ist immer passend! Natürlich kannst du dich auch vorab informieren, welche Umgangsformen in der jeweiligen Kultur gern gesehen sind.  

Knigge-Regeln der Höflichkeit:

  • freundlich Grüßen

  • die Tür aufhalten

  • an die Bürotür anklopfen (anstatt hineinzustürmen)

  • es wird vorausgesetzt, dass man seinem Gegenüber Respekt zeigt

 
 
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Jede Situation hat eigene Spielregeln und es ist wichtig, dass du diese kennt. Sei es beim Geschäftsessen und das richtige Benutzen der Serviette. Oder, dass du weißt, wen du zuerst begrüßt und wen du wie vorstellst. Es lohnt sich allemal, sich gut auf die verschiedenen Situationen vorzubereiten und sich mit der Firmenphilosophie vertraut zu machen. 

Doch ich finde auch, dass es immer wichtiger ist, höflich zu sein als auf alle Fragen die passende Antwort zu haben. Und ich denke ein Grundverständnis von Höflichkeit ist immer ein guter Leitfaden, um beim Geschäftsessen positiv aufzufallen.

Ich möchte dir ein Beispiel erzählen: Ein Jobkandidat, der zwar sonst wunderbar zur Firma passt und sich durch die besten Referenzen auszeichnet, aber laufend ins Wort fällt, missachtet die Grundregeln und scheidet demnach vermutlich als Gewinner aus, noch ehe er sich beweisen kann.


Lass dir also bitte sagen: Es geht nicht darum, die Regeln komplett nach Vorgabe anzuwenden und dabei seine Persönlichkeit zu vergessen. Man kann authentisch sein und sich selbst treu bleiben – ohne seinen Mitmenschen auf die Füße zu treten.

 

Idee 4: Lass dein Outfit für dich sprechen

Zum Glück dürfen Outfits heute individueller sein und jeder hat die Möglichkeit seine persönliche Handschrift einzubringen. 

Aber natürlich ist Sauberkeit immer noch das A und O. Bei sauberer Kleidung und geputzten Schuhen schließt man direkt auf eine zuverlässige Persönlichkeit. Denn ein gepflegtes Äußeres ist ein Zeichen des Respekts gegenüber der Situation und des Gesprächspartners.

Aber hey – das weißt du sicher. Solltest du dich aber eher fragen, was du beim nächsten Geschäftsessen anziehen kannst oder Hilfe für einen ganz eigenen Business-Look benötigen, dann schau doch mal bei meinem Artikel über die gängigsten Dresscodes vorbei.  

Denn Personal Branding ist in der heutigen Zeit entscheidend, um sich in der Gesellschaft zu etablieren. Dazu gehören neben einem professionellen, sicheren und zugleich vertrauensvollen Auftreten vor allem die richtige Kommunikation und ein persönlicher Dresscode. Das Wichtigste ist dabei immer, dass du dir selber treu bleibst!


Gut angezogen sein, die Knigge Regeln kennen und die Show läuft? – Na ja, noch nicht ganz. 

 
 
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Wir legen unser Vertrauen in Menschen, die Leidenschaft, Selbstvertrauen und Enthusiasmus ausstrahlen – aber weshalb? Diese Eigenschaften kann man schlecht vorspielen. Wenn wir versuchen Selbstvertrauen oder Begeisterung zu spielen, merken das die anderen, auch wenn sie bei nachfragen vielleicht nicht genau sagen können, weshalb. Wenn zum Beispiel ein Jobkandidat versucht, alle nonverbalen Methoden umzusetzen, um einen guten ersten Eindruck zu erwecken (etwa mit einem nicht ernstgemeinten Lächeln), kann der Schuss auch nach hinten losgehen, denn das wirkt unaufrichtig und manipulativ.


Was möchte ich dir damit sagen? Ich möchte dir sagen, dass du sowohl im privaten Alltag als auch in deiner Geschäftsumgebung immer richtig liegst, wenn du du selbst bleibst. Lächle, wenn dir danach zumute ist und denk an die guten alten Schwarz-Weiß-Filme, wo die Männer den Damen den Stuhl zurückgezogen haben.  

 

Idee 5: Lerne niemals aus

In Meetings, bei Geschäftsessen und im Kundenkontakt trittst du noch nicht überzeugend auf? Du möchtest dich im täglichen Kontakt mit Familie, Freunden und Bekannten selbstbewusster fühlen? Du hast das Gefühl, dass du in der Kommunikation noch sicherer werden könntest? Das ist gut. Denn man lernt niemals aus. Auch und vielleicht vor allem nicht, wenn es um die Umgangsformen und ein harmonisches Miteinander geht.

Mithilfe bewährter Knigge-Techniken wirst du freundlich und mit Leichtigkeit auf andere zugehen und dich authentisch präsentieren!

Ich biete Seminare, Vorträge, Beratungen und Coachings an, die individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt werden. So zum Beispiel auch mein Knigge-Training mit dem Thema: Moderne Umgangsformen für mehr Erfolg im Leben.

Meine Knigge-Angebote richten sich an Unternehmen und Privatpersonen. Sie finden wahlweise in Firmenseminaren, öffentlichen Kursen oder in Gruppen- und Einzeltrainings statt. Gerne komme ich auch in Vereine, Organisationen und Schulen vorbei.

Du frischst dein Wissen über modernes Benehmen, Manieren und Etikette auf und lernst, wie du positiv in Erinnerung bleibst!



Die Inhalte beziehen sich auf 

  • allgemeine Umgangsformen, 

  • Business Knigge, 

  • Dresscode oder 

  • Themen aus dem Alltag (zum Beispiel Begrüßung, Trink- und Esskultur, Fettnäpfchen).

Alle Themen und Termine kannst du den aktuellen Seminaren und Events entnehmen oder du vereinbarst ein individuelles Coaching!

 

Und natürlich gehört es sich, dass man sich ordentlich verabschiedet


Ich hoffe, dass ich dir interessante und hilfreiche Hinweise in Sachen Business Knigge mit auf den Weg geben konnte. 

Und nun Hand aufs Herz: Hast du das Gefühl, du bist für die ein oder andere Situation im Business-Alltag nun besser vorbereitet? Hast du Fragen an mich oder möchtest du noch mehr zu einem bestimmten Thema erfahren? Hinterlass mir gerne direkt hier unter dem Artikel einen Kommentar oder schreib mir eine Nachricht. 

Nun verabschiede ich mich und gebe dir noch ein kleines Schlusswort mit auf den Weg:


„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Dies ist auch mein Credo! Mit den wichtigsten Umgangsformen, Manieren und Etikette schaffen wir uns ein glücklicheres und erfolgreicheres Leben – für uns selbst und unsere Mitmenschen!

Ich danke dir fürs Lesen!

 


 
 
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